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Der Sohn

Gerade noch rechtzeitig erwischte sie die Brotscheibe, die sie sich geschmiert hatte. Garantiert wäre diese mit der gebutterten Seite auf den blitzblank gescheuerten Laminatboden, helles Kiefernimitat, gefallen. Auf ihre Reflexe konnte sie sich immer noch verlassen. Auch wenn das Gedächtnis ab und zu mal aussetzte und ihr das Leben schwer machte.
Manchmal fand sie es sehr peinlich, wenn sie vor dem Herd stand und in den Topf starrte. Dann hatte sie vergessen, den Schalter zu drehen. Kein Wunder, dass das Wasser oder die Suppe oder was sonst immer auf der Herdplatte aus Ceran stand, nicht anfing, zu kochen.
Oder im Geschäft, beim Einkaufen: sie vergaß, wo sie ihren Einkaufszettel hingepackt hatte. Häufig fand sie ihn dann zu Hause in der Manteltasche, nachdem sie stundenlang mehr oder weniger ziellos im Viertel herumlaufen war.
In den letzten Jahren hatten sich anscheinend alle Hausbesitzer verschworen, ihre Häuser einander möglichst ähnlich zu machen. Da war sie sich sicher! Warum sonst stand sie ratlos und verunsichert vor den Mietshäusern und erkannte ihr eigenes Haus nicht mehr?
Ihr Sohn kam heute aber auch wirklich spät aus der Schule. Ob ihm etwas zugestoßen war? Heutzutage war es ja so unsicher auf den Straßen. Egal, sie würde schon einmal anfangen, Schweinebraten mit Rotkohl hatte er immer schon gerne gemocht.
Sie würde mal diese Lehrerin anrufen müssen. Nervös schaute sie auf die tickende Plastikuhr an der Wand. 16.00 Uhr. In der Grundschule gab es das doch gar nicht, dass die Kinder erst so spät Unterrichtsschluss hatten. Bestimmt war etwas passiert, das fühlte sie.
Panik stieg in ihr hoch, während sie den Schweinebraten aus dem Kühlschrank holte und in den größten Topf legte, den sie finden konnte. Irgendjemand stibitzte ihr in letzter Zeit ihre Töpfe. Sie musste den Jungen gleich fragen, wenn der heimkam. Vielleicht benutzte er sie ja, obwohl ihr kein plausibeler Grund dafür einfiel. Sie drehte den Schalter am Herd auf die höchste Stufe. Diesmal hatte sie es nicht vergessen, den Herd anzumachen!
Mit Schwung schüttete sie einen halben Liter Vollmilch zum Braten. Gewürze, sie hatte die Gewürze vergessen. Pfeffer - der Junge aß so gerne scharf. Salz fehlte auch noch. Sie schraubte den Salzspender auf und leerte den halben Streuer. Etwas fehlte noch, wenn sie nur wüsste, was … Ihr Blick fiel auf das Butterbrot. Hatte ihr Sohn schon wieder alles liegengelassen! Die Betten musste sie auch noch machen. Hektisch eilte sie ins Schlafzimmer und schüttelte dort die Betten auf.
Sie ging mit schleppenden Schritten wieder in die Küche zurück. Die Knochen taten ihr weh und das Herz bubberte schnell. Sie wurde älter, konstatierte sie nüchtern und betrachtete sich im Vorbeigehen im Spiegel in der Diele. Aber sie konnte sich noch sehen lassen.
Zurück in der Küche betrachtete sie stirnrunzelnd den Topf und seinen Inhalt. Hatte sie das hier gemacht? Sie hatte doch gar keinen Hunger. Dann fiel es ihr wieder ein: sie hatte den Topf herausgeholt, um dieses alte Fleisch zu entsorgen. Warum aber hatte sie das Ganze auf den Herd gestellt und alle Platten angemacht? Egal, essen würde sie dieses … Zeug sowieso nicht. In die Toilette sollte man nichts werfen, hatten die Leute im Fernsehen gesagt. Und die mussten es ja wissen. Vielleicht war es ja ungefährlich, wenn man das Fleisch auflöste, ging doch bestimmt mit Rohrfrei. Sie schaltete alle Herdschalter aus.
Entschlossen stapfte sie ins Badezimmer und wühlte in dem kleinen Schränkchen für die Putzsachen. Vorsicht: ätzend! stand auf dem Behälter. Sie hatte jede Menge von diesem Zeug. Aber eine Dose würde wohl reichen für das Fleisch.
Sie ignorierte den Geruch nach faulendem Aas, der aus der Badewanne drang. Dieser fremde Mann, der vor einigen Tagen in ihre Wohnung gekommen war, er hatte sogar einen Schlüssel gehabt und sich als ihr Sohn ausgegeben, lag immer noch in der Wanne. Wollte der eigentlich nie mehr da raus kommen?
Nach dem Mittagessen, währenddessen sie darauf geachtet hatte, den Hochstapler nichts von ihrem Verdacht merken zu lassen, hatte er einfach angefangen, das Badewasser einlaufen zu lassen. Sie war schwach, ängstlich. Sie hatte ihm einen Kaffee angeboten, in dem sie ihre Herzmedikamente aufgelöst hatte. Heiße Bäder gingen auf den Kreislauf, das stand immer wieder in der Apothekerzeitschrift. Vielleicht brauchte er ja noch etwas mehr Badesalz?
Sie schob den wasserdichten Vorhang zur Seite und schüttete den gesamten Inhalt des Rohrreinigers auf die verwesende Leiche ihres erwachsenen Sohnes …

Death-Leichen leben länger

Sie hätte eine wunderschöne Braut abgegeben, zumindest hatten das ihre Eltern gesagt. Ihre fast hüftlangen, schwarzen Haare und die großen, wasserblauen Augen waren nur die Spitze des Eisberges. Jean Austin war hochgewachsen, mit einer schlanken Figur, langen Beinen und weiblichen Rundungen an den passenden Stellen und in den passenden Proportionen. Und im Brautkleid ihrer Mutter, einem zwar recht altmodischem, aber gerade durch die Schlichtheit besonders reizvollem, weißen Kleid sah sie einfach bezaubernd aus. Doch es ist leider nicht so gekommen oder sollte man besser sagen, zum Glück nicht.
Zwei Tage vor ihrer Hochzeit hatte ihr Verlobter Victor entschieden, Jean auf einen kleinen Ausflug mitzunehmen. Natürlich hatte er ihr vorher eingeflüstert, dass es das Beste wäre, ohne diesen ganzen Firlefanz zu heiraten, den ihre Eltern vorbereitet hatten. Geheim und bescheiden sollte es sein und diese Vorstellung hatte ihre Jungmädchenträume erweckt und ihr irgendwie gefallen. Und so hatte sie ihr Konto geleert, hatte ihre nötigsten Sachen gepackt und auf ihn gewartet. Und er war gekommen, mit seinem schnellen Flitzer. Der Sportwagen hatte sie dorthin gebracht, wohin er es wollte. Nicht, wie Jean erwartet hatte, zu einer kleinen Kapelle in einer kleinen Stadt, sondern an einen Highway mitten im Nirgendwo. Dort hatte Victor seine wahren Absichten gezeigt und war über sie hergefallen. Der Kampf hatte nicht lange gedauert, schließlich hatte der ach so nette, junge Mann Erfahrung darin, seine zukünftigen Frauen zu erledigen. Keine Stunde später war er wieder auf dem Weg, verließ den Staat, als Fast-Witwer und mit ihrem Geld.
Fünf Jahre war das nun her, als Victor nun seinen Sportwagen auf den sandigen Vorplatz des Veranstaltungsgeländes lenkte. Dieser großartige Name bezeichnete eine verdammt große und leere Sandfläche am Rand einer Klippe, die von der nahen Stadt Ankorhill gerne als Gelände für besondere Anlässe verwendet wurde. In diesem Fall handelte es sich um eine Art Esoterik-Mittelalter-Schau und während angereiste Touristen zwischen den aufgebauten Zelten herumstolperten und ganz begeistert waren, versuchten die Ortsansässigen vor allem in das Speisezelt zu gelangen, den darin hatte ihre altbekannte Bar eine Theke eröffnet.
Victor konnte darüber nur den Kopf schütteln, während er sich den Touristen anschloss. Doch ihm lag weniger an den Attraktionen, als mehr an den Besuchern. Vor allem an den weiblichen. Seine Kasse war schon wieder fast leer und das, obwohl er sein letztes Opfer erst vor knapp einem Jahr unter die Erde gebracht hatte. Doch gewisse Ausgaben hatten seine Barschaft schneller zusammenschmelzen lassen als gedacht und nun musste er sich wieder daran machen, eine junge Frau zu erobern.
Zu seinem Pech schienen die meisten Kandidatinnen entweder schon verheiratet zu sein oder die Altersgrenze, die er sich selbst auferlegt hatte, weit überschritten zu haben. Doch dann konnte er ein passendes Opfer erkennen, zumindest dachte er das. Sie war schön, auch wenn er sie nur von hinten sehen konnte und ihr hüftlanges Haar wehte im Wind, als sie leichtfüßig hinter einem Zelt verschwand.
So unauffällig wie möglich folgte ihr Victor, doch als er die Zeltgasse erreichte, war sie verschwunden. Dafür konnte er nun ein weiteres Zelt erkennen, das ziemlich nahe am Rand der Klippe aufgestellt worden war. Ein großes Schild neben dem Eingang wies darauf hin, dass man sich darin die Karten legen lassen konnte um gestellte Fragen zu beantworten. Seien diese nun finanzieller Natur oder handelten vielleicht sogar von zukünftigen Beziehungen. Da Victor die Frau nicht mehr entdecken konnte, entschied er, dass diese kleine Ablenkung eigentlich wie gerufen kam. Und sollte ihm irgendeine ominöse Weisheit mitgeteilt werden, konnte er diese dann immer noch dazu verwenden, seine nächste zukünftige Ex-Frau zu bezirzen. Also wandte er sich schließlich dem Zelt zu und trat ein.
Drinnen war es stockdunkel, bis auf eine kleine Lampe, die in der Mitte eines Tischchens stand und schon Mühe hatte, diesen zu beleuchten. Victor hatte nie Angst vor der Dunkelheit gehabt, doch diese Schwärze im Rest des Zeltes beunruhigte ihn doch ein wenig. Trotzdem gab er sich einen Ruck und ging zu dem Tisch. Dahinter saß keine, wie er eigentlich erwartet hatte, alte Frau, sondern ein recht junger Mann, der kaum viel älter sein konnte, als Victor selbst. Er trug auch keine Pseudozigeunerklamotten sondern war ziemlich lässig mit Jeans und einem Baumwollhemd bekleidet.
"Willkommen", begrüßte er Victor nun und zeigte auf den Sessel, der ihm gegenüber stand: "Setzten sie sich, dann können wir anfangen." Folgsam ließ sich Victor nieder und beobachtete dann, wie der Wahrsager ein Kartenpäckchen hervor holte. Schmunzelnd erkannte Victor, dass es sich um ein Kartendeck handelte, dass den Namen CASANOVA-TAROT trug. Das passte zu ihm, fand er und war nun schon ganz gespannt, auf das, was nun kommen würde.
"Ich fange einmal ganz einfach an", verkündete sein Gegenüber dann und forderte ihn auf, drei Karten zu ziehen. Nachdem das geschafft war, legte er sie verdeckt neben einander hin und drehte dann die erste um. Laut der Erklärung des Wahrsagers handelte es sich um die Drei der Münzen, die Habgier. Okay, das ließ Victor die Nase rümpfen. Die nächste war nun die Fünf der Münzen, die Armut. `Wie passend` dachte Victor, bevor er auf die letzte Karte wartete. Doch der Wahrsager lächelte ihn nur und an und nickte ihm dann zu: "Drehen sie die Karte um!" Plötzlich hatte Victor den dringenden Verdacht, dass hier etwas nicht stimmte, doch er konnte nicht sagen was es war. Schließlich zuckte er nur mit den Achseln, was konnte ihm schon groß passieren, dann griff er nach der Karte.
Das Bild zeigte eine hübsche Frau mit schwarzen Haaren, die an einem Bett stand, in dem ein alter Mann lag. Bekleidet war sie nur mit einer braunen Robe, die sie jedoch fast abgestreift hatte und nun ihren Körper preisgab.
Ihre Hände, die vom Rest des Körpers durch die Ärmel der Robe getrennt wurden, waren die Hände eines Skelettes. Genau so eine Hand legte sich nun auf die seine und einen Moment dachte Victor, dass er einen schrecklichen Traum haben musste. Dann strichen die schlanken, knöchernen Finger über seinen Handrücken und eine Gestalt schob sich aus der Dunkelheit in das Licht.
Das lange, schwarze Haar war etwas ausgebleicht und auch ihre Haut wirkte nicht mehr ganz so lebendig wie früher, doch noch immer konnte man die schöne Frau erkennen, die sie einst war. Ihr ärmel- und bauchfreies Top enthüllte den knöchernen linken Arm und eine Stelle an ihrem Bauch, die aussah, als hätte irgendein wildes Tier daran genagt. Die Hotpants gaben den Blick auf zwei lange, schlanke Beine wieder. Eines von der hellen Haut bedeckt, die den grossteil ihres Körpers einhüllte, das andere nur mehr ein bleicher, weißer Knochen, der erst an ihren Stiefeln endete. "Hallo Victor.
Schön, dich wieder zu sehen", flüsterte sie und ihre Stimme klang wie das Singen des Windes in einer kalten Vollmondnacht. Victor konnte keine Antwort geben, geschweige denn, dass er es wollte. Nicht, nachdem er die Frau erkannt hatte oder das, was er einst aus dem jungen Weib gemacht hatte, das ihn heiraten wollte. Entsetzen erfüllte ihn und mit schier unmenschlicher Kraft, riss er sich los, sprang auf und stürmte dem Ausgang des Zeltes entgegen, zumindest dachte er das.
Der Sturz hatte nicht so lange gedauert wie gedacht und doch entfuhr Jean ein lauter Seufzer, der sich mit dem Heulen des Windes in der Klippe vereinte. "Bist du nun zufrieden?" wollte der Wahrsager wissen, als er neben sie trat und die Hand um ihre Schulter legte. "Ja" seufzte sie erneut, als sie sich an ihn schmiegte: "Das einzige, was ich noch erledigen musste, meine Rache. Und ich danke dir dafür, doch was soll ich nun tun? Ich kann nicht sterben, ich bin schon tot." "Ich auch nicht" erwiderte er lediglich lächelnd: "Also geben wir doch das perfekte Paar ab, was meinst du?" "Du willst eine Leiche als Freundin?" fragte Jean überrascht. "Nein, nicht eine, dich" antwortete er, bevor er ihren Kopf sanft anhob und sie küsste.


 

 

 




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